Gedanken zum israelischen Volkstanz
von
Birgit Seidenberg
Tanzen war für mich schon als Kind ein befreiendes, fröhliches Erlebnis. Wenn mein Vater auf dem Klavier improvisierte, bewegten meine Mutter, Schwester und ich uns oft frei zum beschwingten Rhythmus. Das tat gut und löste uns etwas vom Alltag. Später lernte ich einige Gesellschaftstänze, die mir zwar Spass machten, wo es aber meistens sehr auf den jeweiligen Partner ankam.
Als ich zum Glauben kam, gab es eine lange Zeit kein Tanzen mehr für mich, da wir uns in den weltlichen Tanzlokalen nicht mehr wohl fühlten.
Viele Jahre später entdeckten wir die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens und kamen so auch mit den israelischen Kreistänzen in Kontakt. Wir erfuhren, dass solche Tänze immer bei den Festen JAHWEHS getanzt wurden.
Wenn wir uns Gedanken machen möchten, wann und weshalb in der Bibel getanzt wurde, wäre eigentlich ein sorgfältiges Bibelstudium etwas sehr Interessantes und Aufschlussreiches. (Was sagt die Bibel über das Tanzen)
Spontan fällt mir die Episode mit David ein, der aus Freude und Dankbarkeit zu JAHWEH, seinem Retter, seinem Schöpfer, seinem Helfer in der Not, seinem Vater, vor der Bundeslade tanzte. Er tanzte ohne Hemmungen, ganz hingegeben seinen Gefühlen und seiner Freude.
So etwas kann man nicht kopieren, aber seine Haltung können wir uns vor Augen halten, wenn wir vielleicht Hemmungen haben, auf der Bühne zu stehen oder mal nicht jeden Schritt ganz genau erfasst haben!
Auch Myriam, die den Reigen der Frauen anführte, zeigt uns, dass Tanzen ein wichtiger Bestandteil im Leben der jüdischen Frauen war. Diese Reigen gehörten zum Gottesdienst, zur Festversammlung.
In früheren Jahrhunderten wurde in den Tänzen auch das Alltagsleben oder bestimmte Ereignisse wie Hochzeit, Shabbat usw. durchs Tanzen ausgedrückt, was auch später weiter entwickelt wurde.
Auch heute hat das Tanzen in Israel eine grosse Bedeutung. Die heutigen Tänze sind sowohl von der amerikanischen Popszene, vom Techno, aber auch vom orientalischen Musikstil beeinflusst.
Eine Besonderheit: Beinahe zu jedem neuen Lied in Israel gibt es auch einen passenden Tanz!
Doch Israel ist wohl das einzige Land, wo biblische Themen choreographisch in Tänzen dargestellt werden. Yankele Levy ist einer der älteren berühmten Tanzchoreographen, der biblische Themen aufgegriffen hat.
In den älteren berühmten Tänzen werden Themen wie das Wasserschöpfen beim Laubhüttenfest, die Jakobsleiter, der Dattelpalmentanz (der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum), aber auch Gebete und die Freude an JAHWEH thematisiert.
Daneben gibt es aber auch die Tänze der Pioniere, die das gemeinsame Leben im verheissenen Land ausdrücken. Die meisten dieser Tänze wirken sehr natürlich und drücken eine unbändige Lebensfreude aus!
Mit diesen Tänzen können wir nun nebst der Freude an der Bewegung auch unsere Verbundenheit zum Gott Israels und dem jüdischen Volk ausdrücken.
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